{"id":1282,"date":"2024-10-17T10:07:23","date_gmt":"2024-10-17T08:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marlenewartbichler.com\/?page_id=1282"},"modified":"2024-10-17T10:07:23","modified_gmt":"2024-10-17T08:07:23","slug":"die-schneckenh-ausfahrt-oder-die-haeuslichkeit-der-landschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wartbichler.eu\/?page_id=1282","title":{"rendered":"Videoarbeit: &#8222;Die Schneckenh\/ausfahrt&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Schneckenh\/ausfahrt. Oder: Die H\u00e4uslichkeit der Landschaft<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"\/videos\/schneckenhausfahrt.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Hinter der k\u00fcnstlerischen Videoarbeit \u201e<strong>Die Schneckenh\/ausfahrt. Oder: Die H\u00e4uslichkeit der Landschaft<\/strong>\u201c (2024) verbirgt sich eine intensive <strong>Auseinandersetzung mit der lokalen Landschaftserfahrung<\/strong>. Unabdingbar ist dabei auch die Art und Weise der Erfahrung, n\u00e4mlich in Form der sogenannten Schneckenhausfahrt, welche das Transportmittel selbst zur eigenen Behausung macht. Die <strong>Sch\u00e4rfung der Wahrnehmung<\/strong> verengt sich auf die <strong>H\u00e4uslichkeit der Landschaft<\/strong> in der sich bewegt wird. Im nachfolgenden dazu einige Gedanken zur H\u00e4uslichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wege erheben sich ganz grunds\u00e4tzlich als Symbol einer unaufh\u00f6rlichen Reise. Die Pfade, exzentrisch und grenzenlos, treiben in die Ferne, ungehindert durch die Schranken der Zeit oder des Raumes. Wie Schiller einst dichtete: \u201eJede Stra\u00dfe f\u00fchrt ans End\u2018 der Welt,\u201c so hebt sich in jedem Schritt das Unterwegsein heraus. Diese Wege streben rastlos vorw\u00e4rts, sie durchziehen die Landschaften und f\u00fchren in ihre tiefste H\u00e4uslichkeit, wie Rilke es beschrieb. Doch in dieser H\u00e4uslichkeit offenbart sich eine paradoxe Dualit\u00e4t: W\u00e4hrend der Weg uns fortzieht, bleibt das Haus als stiller Anker bestehen, ein Zufluchtsort inmitten der endlosen Bewegung. Die Stra\u00dfen, die uns in die Zukunft dr\u00e4ngen, versuchen uns mit immer wachsender Geschwindigkeit zu verf\u00fchren, und wir, unaufhaltsam, eilen ihnen nach, oftmals ohne R\u00fccksicht auf die Verg\u00e4nglichkeit des Augenblicks. Zwei Polarit\u00e4ten bestimmen unser Dasein: der Gegensatz von Weg und Haus, von Bewegung und Stillstand. Innerhalb des Weges selbst existieren weitere Polarit\u00e4ten, die uns zum Wandern und Einkehren, zum rastlosen Reisen und doch zur sehns\u00fcchtigen Heimkehr zwingen. Nie sind wir ganz bei uns selbst, nie ganz zu Hause. Der Weg ist unser Begleiter und auch unser ewiger Widersacher, ein Spiegel unserer inneren Zerrissenheit und zugleich ein Zeuge unserer Sehnsucht nach Vollendung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Selbsterfahrung der Landschaft erkennen wir diese duale Natur. Orte werden erkundet, ihre Geheimnisse (durch Photo und Video) dokumentiert, um die H\u00e4uslichkeit der Landschaft zu realisieren, n\u00e4her zu beobachten und zu bewerten. An sch\u00f6nen Orten verweilen wir, um ein wenig einzuhausen, die Nacht zu verbringen und von der Ruhe der Natur Teil zu haben. Doch die Stra\u00dfen rufen, sie wollen bewandert und er-fahren werden, ihr Sog und die Versuchung der Geschwindigkeit sind stets pr\u00e4sent. Es ist eine bewusste Entscheidung, dem Drang zu widerstehen, sich nicht blindlings der Geschwindigkeit hinzugeben. In dieser Balance zwischen Bewegung und Verweilen, zwischen Rastlosigkeit und Ruhe, offenbart sich die bewusste Auseinandersetzung mit der Raumerfahrung. Der Weg ist nicht nur \u2013 wie das Sprichwort sagt &#8211; das Ziel, sondern auch die Reise selbst von Gedanken und Augenblicken, die uns durch die Weiten der Landschaften und die Tiefen unserer Seele f\u00fchren.<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schneckenh\/ausfahrt. Oder: Die H\u00e4uslichkeit der Landschaft Hinter der k\u00fcnstlerischen Videoarbeit \u201eDie Schneckenh\/ausfahrt. Oder: Die H\u00e4uslichkeit der Landschaft\u201c (2024) verbirgt sich eine intensive Auseinandersetzung mit der lokalen Landschaftserfahrung. Unabdingbar ist dabei auch die Art und Weise der Erfahrung, n\u00e4mlich in Form der sogenannten Schneckenhausfahrt, welche das Transportmittel selbst zur eigenen Behausung macht. 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